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Gesundheit & Wohlbefinden – wenn dein Körper dir den Weg zur Mitte zeigt

Autorenbild: Michaela Meiners
Michaela Meiners
8. Okt.
8 Min. Lesezeit


Stell dir einen Morgen vor, an dem du ausgeruht aufwachst. Du musst nicht sofort aufspringen. Du streckst dich, spürst deinen Körper und dehnst dich ein paar Minuten, bis die Bewegung langsam in Arme, Rücken und Beine fließt. Danach gehst du ins Bad, lässt das warme Wasser der Dusche über dich laufen und machst dich ohne Eile für den Tag fertig. Anschließend setzt du dich an den Tisch und frühstückst in Ruhe. Ohne Handy in der Hand, ohne dass dein erster Gedanke schon bei der To-do-Liste ist.

Wie oft fühlt sich dein Morgen so an?

Vielleicht kennst du eher das Gegenteil: Der Wecker reißt dich aus dem Schlaf, du bist müde, bevor der Tag richtig begonnen hat, und der Kaffee ersetzt das Frühstück.

Beides darf da sein. Und beides erzählt etwas darüber, wie es dir gerade geht.

Im Artikel „Dein Leben in Balance – was dich deiner Mitte näherbringt“ habe ich dir den Life-Balance-Kompass™ mit seinen zwölf Lebensbereichen vorgestellt. Nun möchte ich mit dir jeden Monat einen dieser Bereiche vertiefen.

Wir beginnen mit dem Bereich, der uns durch jeden einzelnen Tag trägt:

Gesundheit & Wohlbefinden.

Die Leitfrage dieses Bereichs lautet:

Wie erlebst du dein körperliches Wohlbefinden, deine Energie und Regeneration und wie gut gelingt es dir, für deinen Körper zu sorgen?

Dein Körper spricht mit dir

Wohlbefinden ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Es kann bedeuten, dich in deinem Körper zu Hause zu fühlen, genug Energie für das zu haben, was dir wichtig ist, und dich nach Anstrengung wieder erholen zu können.

Dein Körper gibt dir dabei immer wieder Rückmeldung. Müdigkeit, Durst, Verspannungen, ein flaues Gefühl im Magen oder ein dumpfer Kopf können Signale dafür sein, dass etwas Aufmerksamkeit braucht. Auch dein Nervensystem sendet solche Signale, etwa wenn du innerlich unruhig bist, obwohl im Außen gerade eigentlich nichts passiert.

Im Alltag überhören wir diese Signale leicht. Wir funktionieren, weil es gerade nötig scheint. Vielleicht haben wir auch über lange Zeit gelernt, Bedürfnisse zurückzustellen oder erst dann auf unseren Körper zu hören, wenn er sehr deutlich wird.

Je mehr du lernst, die Signale deines Körpers wahrzunehmen, desto eher kannst du herausfinden, was dir gerade guttut und was du brauchst.

Das ist gelebte Selbstfürsorge und Selbstbewusstsein im ursprünglichen Sinn: dir deiner selbst bewusst zu sein.

Weil der Life-Balance-Kompass™ dein Leben ganzheitlich betrachtet, lohnt sich auch ein Blick auf die Verbindungen. Was in deinem Körper geschieht, wirkt sich auf andere Lebensbereiche aus. Wer schlecht schläft, hat vielleicht weniger Geduld in Beziehungen. Wer erschöpft ist, verliert leichter die Freude an Dingen, die sonst Energie geben.

Gesundheit & Wohlbefinden stehen deshalb nicht für sich allein. Sie bilden eine Grundlage dafür, wie du dein Leben erleben und gestalten kannst.

Schauen wir uns einige Themen an, bei denen dein Körper dir Rückmeldung geben kann.

Schlaf – das Fundament

Weißt du, wie viel Schlaf du brauchst?

Nicht, wie viel du bekommst, sondern wie viel du wirklich brauchst, um am Morgen ausgeruht und mit klarem Kopf aufzustehen?

Wenn viel zu tun ist, liegt ein Gedanke nahe: Wenn ich etwas weniger schlafe, schaffe ich mehr.

Für ein oder zwei Nächte mag das funktionieren. Auf Dauer kann eher das Gegenteil passieren. Wir werden müder und unkonzentrierter, die Gedanken schweifen ab und Aufgaben dauern länger als nötig. Die Zeit, die wir dem Schlaf genommen haben, gewinnen wir so nicht unbedingt zurück.

Manchmal ist zu wenig Schlaf aber gar keine bewusste Entscheidung. Du gehst rechtzeitig ins Bett und liegst trotzdem wach. Die Gedanken kreisen, der Körper ist müde, aber innerlich bleibt etwas angespannt.

Aus traumasensibler Sicht kann das ein Hinweis darauf sein, dass dein Nervensystem noch in erhöhter Wachsamkeit ist. Ein Teil von dir ist vielleicht noch mit dem Tag beschäftigt oder hat noch nicht vollständig in einen Zustand von Ruhe gefunden.

Schlaf braucht ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Und das lässt sich nicht erzwingen.

Was kann dir helfen, in hektischen Zeiten wieder zu erholsamerem Schlaf zu finden?

Der erste Schritt ist oft leiser, als man denkt: wahrnehmen und anerkennen, dass dein Schlaf gerade leidet – und du mit ihm.

Ohne dir dafür Vorwürfe zu machen.

Von dort aus kannst du dich fragen:

  • Was hat dazu geführt, dass mein Schlaf gerade zu kurz kommt?

  • Wo könnte ich selbst etwas dazu beitragen, dass er besser wird?

  • Möchte ich etwas verändern?

  • Und was bin ich bereit, dafür zu geben? Vielleicht einen Teil der Zeit am Abend, die bisher dem Bildschirm gehört hat?

Diese Fragen müssen nicht sofort beantwortet werden.

Schon das ehrliche Hinschauen kann etwas in Bewegung bringen. Es kann deine Selbstwirksamkeit stärken: das Vertrauen darin, dass du Einfluss auf dein Wohlbefinden nehmen kannst.

Wasser – wahrnehmen, was dein Körper braucht

Unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser und verliert über den Tag Flüssigkeit, etwa über Atmung, Haut und Ausscheidung.

Manchmal macht sich Flüssigkeitsmangel durch Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerzen bemerkbar. Vielleicht greifen wir dann automatisch zu Kaffee oder etwas Süßem, obwohl ein Glas Wasser ebenfalls guttun könnte.

Auch hier geht es nicht darum, eine weitere Regel in deinen Alltag einzubauen. Interessanter ist zunächst die Frage:

Bemerkst du eigentlich, wann du Durst hast?

Vielleicht gehört Wasser ganz selbstverständlich zu deinem Tag. Vielleicht stellst du aber auch fest, dass du erst am Nachmittag bemerkst, dass du fast nichts getrunken hast.

Du könntest einen Tag lang einfach beobachten:

Wann trinke ich?

Wann nehme ich Durst wahr?

Und was hilft mir dabei, meinem Körper rechtzeitig etwas zu geben?

Eine Karaffe auf dem Schreibtisch, ein Glas nach dem Aufstehen oder eine Flasche in der Tasche können kleine Erinnerungen sein.

Nicht als Pflicht, sondern als Unterstützung.

Verspannungen – wenn Stress im Körper sichtbar wird

Nicht jeder Kopfschmerz hat mit zu wenig Flüssigkeit zu tun. Manchmal spielen auch verspannte Muskeln eine Rolle, besonders in Nacken, Schultern und Kiefer.

Stress zeigt sich häufig zuerst im Körper.

Wenn wir unter Druck stehen, spannen wir uns an, oft ohne es bewusst zu bemerken. Die Schultern wandern nach oben, der Kiefer wird fester, der Atem vielleicht etwas flacher.

Bleibt dieser Zustand lange bestehen, kann sich Spannung im Körper festsetzen.

Bewegung und Dehnen können eine Möglichkeit sein, wieder mehr Kontakt zu deinem Körper aufzunehmen und wahrzunehmen, wo du gerade Spannung hältst.

Eine kleine Einladung zum Ausprobieren:

Such dir eine Bewegung oder Dehnung, die sich für dich angenehm anfühlt. Vielleicht möchtest du den Kopf langsam zur Seite neigen oder deine Schultern bewusst nach hinten und unten bewegen.

Geh nur so weit, wie es für dich gerade stimmig ist.

Vielleicht möchtest du einen Moment dortbleiben und beobachten:

Was verändert sich?

Möchte dein Körper ein wenig weiter in die Bewegung hinein oder eher wieder heraus?

Wie fühlt sich dein Atem dabei an?

Es geht nicht darum, möglichst beweglich zu sein oder etwas leisten zu müssen.

Es geht darum, deinem Körper Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn du magst, können ein paar einfache Dehnungen, Bewegungen oder Yogaübungen zu einem kleinen Ritual am Morgen werden – ähnlich wie in dem Bild vom Anfang.

Wenn Schmerzen anhalten, ungewöhnlich sind oder stärker werden, lass sie bitte medizinisch abklären.

Ernährung – neugierig statt streng

Kennst du das Sprichwort „Man ist, was man isst“?

Natürlich ist es etwas verkürzt. Und doch hat unsere Ernährung Einfluss darauf, wie wir uns körperlich fühlen. Was wir essen, liefert unserem Körper Energie und wichtige Bausteine für seine vielen Aufgaben.

Gleichzeitig ist Essen für viele Menschen mit Regeln, Verboten und manchmal auch mit Scham verbunden.

Darum möchte ich dich zu einem anderen Blick einladen: nicht streng, sondern neugierig.

Du könntest beobachten:

  • Wie fühlst du dich nach einer bestimmten Mahlzeit – direkt danach, nach einer Stunde oder am Abend?

  • Was gibt dir Energie und was macht dich eher träge?

  • Wann isst du aus körperlichem Hunger und wann vielleicht aus Stress, Gewohnheit oder Erschöpfung?

  • Welche Mahlzeiten tun dir gut und machen gleichzeitig Freude?

Dein Körper kann dir dabei zu einem wichtigen Wegweiser werden.

Nicht jedes Signal lässt sich sofort eindeutig verstehen. Hunger, Müdigkeit, Stress und innere Anspannung können sich überlagern. Umso hilfreicher kann es sein, neugierig zu beobachten, statt vorschnell zu bewerten.

Und Genuss darf ausdrücklich seinen Platz haben.

Auch ein Frühstück, das du in Ruhe genießt, ist Selbstfürsorge.

Kleine Schritte, die zu Gewohnheiten werden

Vielleicht hast du beim Lesen schon gedacht:

Das alles müsste ich ändern.

Früher schlafen. Mehr trinken. Mich jeden Morgen bewegen. Anders essen.

Und am liebsten sofort.

Gerade solche Hauruckaktionen versprechen jedoch selten dauerhaften Erfolg. Ein ganzes Leben auf einmal umzukrempeln kostet viel Kraft und kann neuen Druck erzeugen.

Auch dein Nervensystem kann auf zu viel Veränderung auf einmal mit Widerstand reagieren. Denn das Vertraute vermittelt häufig ein Gefühl von Sicherheit – selbst dann, wenn es uns langfristig nicht guttut.

Große Vorsätze halten deshalb oft nur wenige Tage. Dann holt uns der Alltag wieder ein. Und zurück bleibt vielleicht das Gefühl, es wieder einmal nicht geschafft zu haben.

Kleine Veränderungen können dagegen erstaunlich viel bewirken.

Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen.

Eine einzige bewusste Bewegung am Morgen.

Das Handy eine halbe Stunde früher weglegen.

Ein Frühstück, für das du dir wirklich Zeit nimmst.

Solche Schritte können klein genug sein, um sie auch an Tagen umzusetzen, an denen wenig Energie da ist.

Und gerade dadurch können sie nach und nach zu Gewohnheiten werden, die dich tragen.

Wenn ein Schritt selbstverständlich geworden ist, kannst du den nächsten gehen.

So wächst dein Wohlbefinden Schritt für Schritt, in deinem Tempo.

Und mit jedem kleinen Schritt, der gelingt, kann auch das Vertrauen in deine eigene Selbstwirksamkeit wachsen.

Vielleicht magst du dir eine Frage mitnehmen:

Welcher kleine Schritt wäre für dich gerade gut machbar?


Wenn die Laborwerte unauffällig sind, du dich aber nicht wohlfühlst

Manchmal fühlst du dich über längere Zeit nicht wohl, ohne genau sagen zu können, warum.

Vielleicht bist du erschöpft, deine Energie fehlt oder du hast das Gefühl, dass dein Körper anders reagiert als früher.

Dann kann es sinnvoll sein, auch medizinisch genauer hinzuschauen und mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen, welche Untersuchungen hilfreich sein könnten.

Dabei kann etwas Verwirrendes passieren:

Die untersuchten Werte liegen im Normbereich und trotzdem fühlst du dich nicht gut.

Normbereiche geben eine medizinische Orientierung. Sie sagen aber nicht automatisch alles darüber aus, wie es dir persönlich geht.

Deshalb ist nicht nur ein Laborwert wichtig, sondern auch dein tatsächliches Befinden.

Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, wie du dich fühlst, auch wenn Untersuchungsergebnisse zunächst unauffällig erscheinen.

Dein Erleben ist eine wichtige Information und verdient es, ernst genommen zu werden.


Eine Einladung: Dein Kompass für diesen Bereich


Grafik zum Lebensbereich Gesundheit & Wohlbefinden aus dem Life-Balance-Kompass: ein heller Kompassstern vor dem Foto eines ruhigen Flusses zwischen grünen Ufern unter blauem Himmel.

Wenn du magst, nimm dir jetzt einen Moment für dich.

Du kannst diesen Teil auch später lesen, wenn du mehr Ruhe hast.

Komm kurz an.

Vielleicht spürst du deine Füße auf dem Boden oder den Stuhl unter dir. Nimm ein paar ruhige Atemzüge, ohne etwas daran verändern zu müssen.

Dann lies noch einmal die Leitfrage:

Wie erlebst du dein körperliches Wohlbefinden, deine Energie und Regeneration und wie gut gelingt es dir, für deinen Körper zu sorgen?

Wenn du möchtest, kannst du dich auf einer Skala von 0 – wenig stimmig bis 10 – sehr stimmig einschätzen.

Je näher deine Zahl an der 10 liegt, desto näher bist du in diesem Bereich deiner Mitte – dir selbst.

Eine niedrige Zahl ist kein Versagen.

Sie ist eine ehrliche Momentaufnahme.

Und vielleicht magst du gar keine Zahl vergeben. Auch das ist in Ordnung.

Ein paar Fragen, die dich begleiten können. Nimm dir nur die, die sich gerade stimmig anfühlen:

  • Wann fühlst du dich in deinem Körper wirklich wohl?

  • Welches Signal sendet dein Körper dir gerade?

  • Was davon hast du in letzter Zeit vielleicht eher überhört?

  • Was würde deinem Körper heute guttun?

Du musst nichts davon sofort verändern.

Hinschauen darf für sich stehen.

Manchmal ist genau das der Anfang.

Wenn du dich erschöpft fühlst

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass von dem Morgen am Anfang gerade wenig in deinem Leben zu finden ist.

Dass du schon länger müde bist, auch nach dem Schlafen.

Dass dir Dinge schwerfallen, die früher leicht waren, und deine Lebensfreude leiser geworden ist.

Dann nimm das bitte ernst.

Anhaltende Erschöpfung ist ein Signal, das Aufmerksamkeit verdient, und kein Zeichen von Schwäche.

Lass zunächst medizinisch abklären, ob körperliche Ursachen dahinterstehen. Coaching kann eine wertvolle Begleitung sein, ersetzt aber keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Manchmal zeigt sich in Erschöpfung auch, dass über längere Zeit etwas aus der Balance geraten ist: zu viele Anforderungen, zu wenig Erholung oder vielleicht das Gefühl, immer funktionieren zu müssen.

Genau dort setzt meine Arbeit an.

In einem geschützten Raum schauen wir gemeinsam, mit Wohlwollen und in deinem Tempo, was dein Körper und dein Nervensystem dir zeigen und was dich dabei unterstützen kann, wieder mehr in Verbindung mit dir und deiner eigenen Kraft zu kommen.

Wenn du dir dafür Begleitung wünschst, lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien und unverbindlichen Erstgespräch ein.

Vielleicht beginnt Gesundheit nicht damit, alles richtig zu machen.

Vielleicht beginnt sie damit, wieder wahrzunehmen, was dein Körper dir erzählt.

Im November geht es in dieser Reihe weiter mit dem Bereich Selbstbeziehung & emotionale Kompetenz.

 
 
 

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